Viele kalken ihren Rasen jedes Frühjahr aus Gewohnheit. Kalk behebt aber nur eines, sauren Boden, und bringt einem Rasen mit passendem pH-Wert nichts. Erst messen, dann kalken.
Welchen pH-Wert braucht Rasen?
Die meisten Rasengräser, also Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel, wachsen am besten zwischen 6,0 und 7,0. Rotschwingel verträgt auch saureren Boden. Unter etwa 6,0 kommen die Wurzeln schlechter an Phosphor und andere Nährstoffe, der Rasen wird dünn. Über etwa 7,5 wird Eisen schlechter aufgenommen, und der Rasen kann trotz Düngung gelb werden.
Sind deutsche Böden sauer?
Das hängt von der Region ab. Sandböden im Norden und Nordosten sind oft sauer, weil der Regen den Kalk auswäscht. Auf den kalkhaltigen Böden im Süden, etwa der Münchner Schotterebene oder der Schwäbischen Alb, liegt der pH-Wert oft über 7. Dort ist Kalk fehl am Platz.
Wie misst du den pH-Wert im Rasen?
Nimm 10 bis 15 kleine Proben aus 5 bis 10 cm Tiefe, misch sie und miss. Ein Bodentest-Set aus dem Baumarkt gibt einen groben Wert, ein Labor einen genauen und meist auch die Nährstoffgehalte.
What a Green Lawn zeichnet die pH-Werte, die du einträgst, als Verlauf und markiert alles außerhalb von 6,0 bis 7,0:

Die Karte erscheint, sobald du mindestens zwei pH-Messungen unter Protokoll eingetragen hast. Unter 6,0 schlägt sie Gartenkalk vor, über 7,0 wie hier in München Schwefel oder einen säuernden Dünger.
Wie viel Kalk braucht der Rasen?
Das hängt von der Bodenart ab und davon, wie weit der pH-Wert steigen soll. Lehm und Ton brauchen mehr Kalk als Sand, um den pH-Wert gleich weit zu verschieben. Halte dich an das Labor oder die Packung und teile große Mengen auf Herbst und Frühjahr auf.
Die Produktkarte der App zeigt Gartenkalk mit einer festen Menge für deine eingezeichnete Fläche:

Das sind 100 g/m², eine Erhaltungskalkung und keine auf deinen Boden berechnete Menge. Die Zeile erscheint nur, solange dein Boden sauer oder noch nicht gemessen ist: Sobald du einen pH-Wert von 6,0 oder mehr einträgst, lässt die Karte den Kalk weg. Der Münchner Beispielrasen mit pH 7,3 braucht gar keinen Kalk.
Wann ist die beste Zeit zum Kalken?
Im Herbst, von September bis November, damit der Kalk über den Winter wirken kann. Das zeitige Frühjahr geht auch. Direkt nach dem Aerifizieren kommt mehr Kalk in den Wurzelraum. Nicht auf gefrorenen Boden oder vor Starkregen streuen, und einige Wochen Abstand zum Dünger halten.
Welcher Kalk ist der richtige?
Kohlensaurer Kalk (Calciumcarbonat), oft als Rasenkalk oder Gartenkalk verkauft, oder Dolomitkalk, der zusätzlich Magnesium enthält. Beide wirken langsam und schonend. Finger weg von Branntkalk und Löschkalk: Sie sind ätzend und verbrennen das Gras. Gekörnter Kalk staubt weniger und lässt sich mit dem normalen Streuwagen gleichmäßig ausbringen.
Moos ist selten ein Kalkproblem, siehe Moos im Rasen. Trag jede Messung in What a Green Lawn ein, dann zeigt die pH-Karte, ob der Kalk den Wert tatsächlich bewegt.