Nachsaat und Neuansaat   Aktualisiert · 3 Min. Lesezeit

Wann Rasen nachsäen? Der beste Zeitpunkt für Rasensamen

Kurz gesagt Die beste Zeit zum Nachsäen ist Ende August bis Mitte September, wenn der Boden noch 12 bis 18 °C warm ist und es wieder öfter regnet. April bis Mai ist die zweitbeste Zeit. Unter etwa 8 °C Bodentemperatur keimt Rasensamen kaum, und im Hochsommer trocknet er aus, bevor er Wurzeln bildet. Halte die Saat bis zum Auflaufen feucht.

Nach einem trockenen Sommer, Fußballspielen und dem Planschbecken hat fast jeder Rasen kahle Stellen. Nachsäen hilft, aber nur, wenn der Zeitpunkt stimmt. Rasensamen braucht warmen Boden und Feuchtigkeit gleichzeitig, und das gibt es in Deutschland vor allem im Spätsommer.

Wann ist die beste Zeit zum Nachsäen?

Von Ende August bis Mitte September. Der Boden ist nach dem Sommer noch 12 bis 18 °C warm, die Nächte werden feuchter und es regnet wieder öfter. Die Samen keimen schnell, und die jungen Gräser haben den ganzen Herbst Zeit, sich vor dem Frost zu verwurzeln.

April bis Mai ist die zweitbeste Zeit. Der Boden ist dann warm genug, aber gleichzeitig keimen die Unkräuter, und ein trockener Mai bedeutet, dass du wochenlang täglich gießen musst.

Warum keimt Rasensamen nicht in kaltem Boden?

Der Samen reagiert auf die Bodentemperatur, nicht auf die Luft. Unter etwa 8 °C im Boden geht die Keimung fast nicht voran, und die Saat liegt nur als Vogelfutter herum. Zwischen 12 und 18 °C läuft Weidelgras in einer Woche auf. Über 24 °C trocknet die Oberfläche zu schnell aus.

Deshalb scheitert die Nachsaat am ersten warmen Aprilwochenende so oft: Die Luft hat 18 °C, der Boden erst 7.

Woran erkennst du den richtigen Tag?

Schau auf die Bodentemperatur und die Wettervorhersage. Du willst warmen Boden und leichten bis mäßigen Regen, keinen Starkregen, der die Samen zusammenschwemmt. So sah es für einen Garten in München aus:

Nachsaat-Score 68 in der App What a Green Lawn für einen Rasen in München
München, 17. September 2026: 68, guter Zeitpunkt. Bodentemperatur rund 16 °C und beste Nachsaat-Saison, aber kein Regen erwartet, also zweimal täglich wässern.

Die App gibt 68 von 90 Punkten. Der Boden hat etwa 16 °C, ideal für schnelle, gleichmäßige Keimung, und Mitte September ist die beste Saison. Was fehlt, ist Regen: Du müsstest zweimal täglich wässern, damit die Saat nicht austrocknet. Die App schätzt die Bodentemperatur aus Lufttemperatur und Monat, weil der Boden im September noch die Sommerwärme speichert und wärmer ist, als ein kühler Morgen vermuten lässt.

Wie säst du richtig nach?

Die Schritte stehen weiter unten. Der wichtigste Punkt, den viele auslassen: Die Samen müssen Bodenkontakt haben. Saat, die im Rasenfilz liegt, keimt zwar, aber die Wurzeln erreichen den Boden nie. Bei viel Moos und Filz also erst vertikutieren. Wann das passt, steht unter Wann vertikutieren?

Welcher Rasensamen eignet sich?

Für einen Spielrasen mit Kindern und Hund eine Mischung mit viel Deutschem Weidelgras, das schnell keimt und belastbar ist. Für schattige Stellen unter Bäumen eine Schattenmischung mit mehr Rotschwingel. Achte auf das RSM-Kürzel (Regel-Saatgut-Mischung) auf der Packung. Billigmischungen enthalten oft Futtergräser, die schnell wachsen, aber keine dichte Rasennarbe bilden.

Düngen beim Nachsäen?

Junge Gräser brauchen Phosphor und etwas Stickstoff, aber zu viel Dünger verbrennt die feinen Wurzeln. Nimm einen Starterdünger oder die halbe Menge normalen Rasendünger und dünge erst wieder normal, wenn du das neue Gras zwei- oder dreimal gemäht hast.

What a Green Lawn prüft jeden Tag Bodentemperatur und Regen an deinem Rasen und bewertet Nachsäen, Düngen und Vertikutieren, damit du im richtigen Zeitfenster säst.

Schritt für Schritt

  1. Schritt 1 Rasen kurz mähen

    Mähe auf etwa 3 bis 4 cm und entferne das Schnittgut, damit die Samen den Boden erreichen.

  2. Schritt 2 Vertikutieren oder kräftig rechen

    Entferne Moos und Rasenfilz, damit die Saat auf offenem Boden liegt und nicht im Filz.

  3. Schritt 3 Nachsaat ausbringen

    Streue etwa 20 bis 25 g Rasensamen pro m² auf lückige Stellen, die Hälfte längs, die andere Hälfte quer.

  4. Schritt 4 Andrücken und abdecken

    Harke die Samen leicht ein, walze oder tritt sie an und streue eine dünne Schicht Rasenerde darüber.

  5. Schritt 5 Feucht halten

    Wässere täglich, bei Trockenheit zweimal, bis das neue Gras etwa 5 cm hoch ist.

Häufige Fragen

Kann man im Oktober noch Rasen nachsäen?

Anfang Oktober in milden Lagen ja, aber es wird knapp. Unter 10 °C Bodentemperatur keimt die Saat langsam, und die jungen Gräser brauchen einige Wochen Wachstum vor dem ersten Frost. Mitte September ist sicherer.

Wie lange dauert es, bis Rasensamen keimt?

Deutsches Weidelgras keimt bei warmem Boden nach 7 bis 10 Tagen, Rotschwingel nach 10 bis 14 Tagen, Wiesenrispe kann drei bis vier Wochen brauchen. In kaltem Boden dauert alles etwa doppelt so lange.

Ist Frühjahr oder Herbst besser zum Nachsäen?

Der Spätsommer. Der Boden ist warm, es regnet regelmäßiger und es keimen weniger Unkräuter. Im Frühjahr wärmt sich der Boden langsam, und ein trockener Mai bedeutet wochenlanges Gießen.

Welchen Rasensamen sollte man zum Nachsäen nehmen?

Eine Nachsaat- oder Regenerationsmischung mit hohem Anteil Deutschem Weidelgras, weil es schnell keimt. Achte auf das RSM-Kürzel auf der Packung und meide Billigmischungen mit Futtergräsern, die schnell hoch wachsen, aber keine dichte Narbe bilden.

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