Nach einem trockenen Sommer, Fußballspielen und dem Planschbecken hat fast jeder Rasen kahle Stellen. Nachsäen hilft, aber nur, wenn der Zeitpunkt stimmt. Rasensamen braucht warmen Boden und Feuchtigkeit gleichzeitig, und das gibt es in Deutschland vor allem im Spätsommer.
Wann ist die beste Zeit zum Nachsäen?
Von Ende August bis Mitte September. Der Boden ist nach dem Sommer noch 12 bis 18 °C warm, die Nächte werden feuchter und es regnet wieder öfter. Die Samen keimen schnell, und die jungen Gräser haben den ganzen Herbst Zeit, sich vor dem Frost zu verwurzeln.
April bis Mai ist die zweitbeste Zeit. Der Boden ist dann warm genug, aber gleichzeitig keimen die Unkräuter, und ein trockener Mai bedeutet, dass du wochenlang täglich gießen musst.
Warum keimt Rasensamen nicht in kaltem Boden?
Der Samen reagiert auf die Bodentemperatur, nicht auf die Luft. Unter etwa 8 °C im Boden geht die Keimung fast nicht voran, und die Saat liegt nur als Vogelfutter herum. Zwischen 12 und 18 °C läuft Weidelgras in einer Woche auf. Über 24 °C trocknet die Oberfläche zu schnell aus.
Deshalb scheitert die Nachsaat am ersten warmen Aprilwochenende so oft: Die Luft hat 18 °C, der Boden erst 7.
Woran erkennst du den richtigen Tag?
Schau auf die Bodentemperatur und die Wettervorhersage. Du willst warmen Boden und leichten bis mäßigen Regen, keinen Starkregen, der die Samen zusammenschwemmt. So sah es für einen Garten in München aus:

Die App gibt 68 von 90 Punkten. Der Boden hat etwa 16 °C, ideal für schnelle, gleichmäßige Keimung, und Mitte September ist die beste Saison. Was fehlt, ist Regen: Du müsstest zweimal täglich wässern, damit die Saat nicht austrocknet. Die App schätzt die Bodentemperatur aus Lufttemperatur und Monat, weil der Boden im September noch die Sommerwärme speichert und wärmer ist, als ein kühler Morgen vermuten lässt.
Wie säst du richtig nach?
Die Schritte stehen weiter unten. Der wichtigste Punkt, den viele auslassen: Die Samen müssen Bodenkontakt haben. Saat, die im Rasenfilz liegt, keimt zwar, aber die Wurzeln erreichen den Boden nie. Bei viel Moos und Filz also erst vertikutieren. Wann das passt, steht unter Wann vertikutieren?
Welcher Rasensamen eignet sich?
Für einen Spielrasen mit Kindern und Hund eine Mischung mit viel Deutschem Weidelgras, das schnell keimt und belastbar ist. Für schattige Stellen unter Bäumen eine Schattenmischung mit mehr Rotschwingel. Achte auf das RSM-Kürzel (Regel-Saatgut-Mischung) auf der Packung. Billigmischungen enthalten oft Futtergräser, die schnell wachsen, aber keine dichte Rasennarbe bilden.
Düngen beim Nachsäen?
Junge Gräser brauchen Phosphor und etwas Stickstoff, aber zu viel Dünger verbrennt die feinen Wurzeln. Nimm einen Starterdünger oder die halbe Menge normalen Rasendünger und dünge erst wieder normal, wenn du das neue Gras zwei- oder dreimal gemäht hast.
What a Green Lawn prüft jeden Tag Bodentemperatur und Regen an deinem Rasen und bewertet Nachsäen, Düngen und Vertikutieren, damit du im richtigen Zeitfenster säst.