Vertikutieren ist das Härteste, was du deinem Rasen im ganzen Jahr antust. Danach sieht er halb zerstört aus, und die grüne Tonne ist voll mit Moos. Zur richtigen Zeit gemacht, ist er vier Wochen später dichter als vorher. Zur falschen Zeit füllen Moos und Unkraut die Lücken.
Wann ist die beste Zeit zum Vertikutieren?
Wenn der Rasen kräftig wächst und die Lücken schnell wieder schließt. In Deutschland heißt das:
- Mitte April bis Ende Mai, wenn du schon zwei- oder dreimal gemäht hast. Der Rasen hat die ganze Saison vor sich.
- September, solange der Boden noch warm ist. Ideal bei viel Moos nach einem nassen Sommer und perfekt kombiniert mit einer Nachsaat.
März ist zu früh und ab Mitte Oktober ist es zu spät. Der Rasen wächst dann zu langsam, und die kahlen Stellen bleiben bis zum Frühjahr offen. Im Hochsommer lass es ganz: Hitze und Trockenheit plus die Verletzungen vom Vertikutieren ergeben große braune Flecken.
Wie sollte der Boden sein?
Leicht feucht und fest. Die Messer sollen den Filz aufschneiden, nicht die Grasnarbe herausreißen.
- Zu nass: Das Gerät reißt Soden heraus und hinterlässt matschige Rillen.
- Zu trocken: Die Messer springen, und der ohnehin gestresste Rasen erholt sich schlecht.
- Genau richtig: In den letzten Tagen hat es etwas geregnet, und ein Schraubenzieher geht leicht in den Boden.
Die Bodentemperatur sollte zwischen etwa 8 und 15 °C liegen. Dann wächst der Rasen aktiv, ohne Hitzestress.
Woran erkennst du einen guten Tag?
Schau auf den Regen jetzt und für den nächsten Tag. Regnet es gerade oder sind mehr als 10 mm angesagt, warte. So sah es für einen Garten in München aus:

Die App gibt 70 von 90 Punkten, also jetzt loslegen. Der Boden hat etwa 16 °C, der Rasen erholt sich schnell, und der Boden ist trocken und fest genug für saubere Schnitte. Die App empfiehlt Festmesser, weil es September ist und der Rasen nach dem Sommer kräftig ist. Im zeitigen Frühjahr oder bei Bodentemperaturen unter etwa 13 °C schlägt sie stattdessen die schonenderen Federzinken vor. Tipp aus der App: morgens vertikutieren, dann hat der Rasen den ganzen Tag, um sich zu erholen.
Messer oder Federzinken?
Die meisten Elektro-Vertikutierer aus dem Baumarkt haben zwei Walzen:
| Walze | Was sie macht | Wann |
|---|---|---|
| Federzinken (Rasenlüfter) | Kämmt Moos und abgestorbenes Gras heraus, ritzt kaum den Boden | Zeitiges Frühjahr, wenig Filz, Boden unter etwa 13 °C |
| Festmesser (Vertikutierer) | Schneidet den Filz auf und ritzt 2 bis 3 mm in den Boden | Spätes Frühjahr und September, viel Filz |
Nimm immer die sanfteste Variante, die reicht. Ist wenig Filz da, genügen die Federzinken.
Was machst du nach dem Vertikutieren?
- Rasenfilz und Moos abrechen. Mit Eisensulfat behandeltes Moos gehört nicht auf den Kompost.
- Kahle Stellen nachsäen, solange der Boden offen liegt. Mehr dazu unter Wann Rasen nachsäen?
- Düngen, im Frühjahr mit normalem Rasendünger, im September mit Herbstrasendünger.
- Wässern, wenn in der ersten Woche kein Regen kommt.
What a Green Lawn prüft Bodentemperatur und Regen an deinem Rasen und bewertet jeden Tag Vertikutieren, Nachsäen und Düngen, damit der Vertikutierer nicht am einzigen nassen Wochenende im September zum Einsatz kommt.